Die richten Motorradreifen können für eine gute Performance auf der Rennstrecke entscheidend sein (Bild: Basil Gilgen)

Reifenwahl für die Rennstrecke: eine Übersicht

Nach den ersten Tagen auf der Rennstrecke folgen oftmals schon die höheren Ansprüche an die eigenen Rundenzeiten. Die richtigen Reifen können da essenziell sein – doch welche Reifen sind für die Rennstrecke die richtigen?

Wir stellen euch vier Reifentypen vor, um euch ein bisschen Klarheit in der Welt der Rennstreckenreifen zu schaffen. Die geeigneten Reifen unterscheiden sich je nach Fahrlevel, Motorrad, Wetterverhältnissen oder auch nach eigenen Präferenzen. Wir haben uns dazu entschieden, dir die vier gängigsten Typen vorzustellen: Hypersportreifen, Anfängerslicks, Slicks und Regenslicks.

Text: Andrea Kamer

Hypersportreifen mit Strassenzulassung

Wenn du noch kein überzeugter Rennstreckenfahrer bist und eher mal Racing-Luft schnuppern willst, dann brauchst du nicht unbedingt Slicks. Rennstreckentage sind sowieso schon eher teuer – mit Slicks noch mehr als mit Hypersportreifen. Dadurch, dass Hypersportreifen auch auf der Strasse zugelassen sind, kannst du diese also auch in deinem Motorrad-Alltag auf der Strasse einsetzen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass du mit Ihnen gleich von zu Hause zu einer nahegelegenen Rennstrecke fährst, beispielsweise nach Anneau du Rhin, sofern du das möchtest. 

Vorteil: Strassenzulassung, keine Reifenwärmer notwendig, länger haltbar als Slicks

Nachteil: Für die Strasse nur bei schönem Wetter zu empfehlen

Rennstreckenperformance als Strassenreifen – das ist beispielsweise der Diablo Supercorsa SP von Pirelli (Bild: pirelli.com)

Rennstreckenperformance als Strassenreifen – das ist beispielsweise der Diablo Supercorsa SP von Pirelli (Bild: pirelli.com)

Anfängerslicks (ohne Strassenzulassung)

Du hast Rennstreckenluft geschnuppert und möchtest mit deinem Motorrad mehr Events auf der Rennstrecke besuchen? Dann empfehlen wir dir Anfängerslicks. Diese sind genau richtig für dich, wenn du dich auf der Rennstrecke wohl fühlst, noch nicht mit den schnellsten Gruppen mithalten kannst oder möchtest, dir jedoch der Grip der Hypersportreifen nicht mehr genügt. Rein optisch sieht man keine Unterschiede zu richtigen Slicks – der Unterschied besteht in der Beschaffenheit, also der Gummimischung, aus der der Reifen hergestellt ist. 

Vorteil: keine Reifenwärmer notwendig, grösseres Temperaturfenster und günstiger als Slicks

Nachteil: haben ein Limit was die Geschwindigkeit oder fahrerisches Können angeht 

Für die Anfänge auf der Rennstrecke sind Strassenpneu oder auch Anfängerslicks völlig ausreichend (Bild: Basil Gilgen)

Für die Anfänge auf der Rennstrecke sind Strassenpneu oder auch Anfängerslicks völlig ausreichend (Bild: Basil Gilgen)

Mit Anfängerslicks lassen sich die Rundenzeiten etwas besser Ausreizen, dennoch musst du noch kein Profi sein (Bild: Andrea Kamer)

Mit Anfängerslicks lassen sich die Rundenzeiten etwas besser Ausreizen, dennoch musst du noch kein Profi sein (Bild: Andrea Kamer)

Slicks

Du bist angefressen, fährst regelmässig auf der Rennstrecke und bist langsam ein alter Hase in diesem Gebiet? Dann wechsle unbedingt auf Slicks. Perfekt für all diejenigen, welche ihre Zeiten verbessern und an ihre Grenzen kommen möchten. Und man fühlt sich mit Slicks wie ein echter Moto GP-Fahrer. ;-)

Vorteil: schnellere Rundenzeiten, extrem hoher Grip und damit auch tiefere Schräglagen möglich

Nachteil: Reifenwärmer notwendig, hoher Verschleiss, kleines Temperaturfenster

Reifenwärmer und fortgeschrittenes fahrerisches Können solltest du mitbringen, wenn du mit Slicks auf die Rennstrecke gehst (Bild: metzeler.com)

Reifenwärmer und fortgeschrittenes fahrerisches Können solltest du mitbringen, wenn du mit Slicks auf die Rennstrecke gehst (Bild: metzeler.com)

Die richten Motorradreifen können für eine gute Performance auf der Rennstrecke entscheidend sein (Bild: Basil Gilgen)

Die richten Motorradreifen können für eine gute Performance auf der Rennstrecke entscheidend sein (Bild: Basil Gilgen)

Regenreifen

Es regnet und während alle anderen ihre Sachen zusammenpacken und ihre Heimreise antreten, kannst du mit den Regenslicks immer noch auf der Rennstrecke drauf losballern. Wie der Name schon sagt, sind Regenslicks nur für den Einsatz im Regen oder bei nasser Strecke.

Vorteil: Grip bei nasser Fahrbahn, Event muss bei Regen oder Nässe nicht abgebrochen werden

Nachteil: teuer, sehr hoher Verschleiss bei abtrocknen der Rennstrecke

Gerade im Nassen ist der Grip extrem wichtig – informiere dich also gut über die richtigen Regenreifen für dein Motorrad. (Bild: michelin.de)

Gerade im Nassen ist der Grip extrem wichtig – informiere dich also gut über die richtigen Regenreifen für dein Motorrad. (Bild: michelin.de)

Reifenwahl: beraten geht über probieren

Ihr seht, die Welt der Motorradreifen für die Rennstrecke ist vielseitig – und natürlcih gibt’s noch viel mehr, als wir euch in diesem kurzen Überblick gezeigt haben. Dieser Beitrag soll dir jedoch als Anhaltspunkt dienen und kleine Einführung in die Racing-Welt dienen. Wir empfehlen dir für die genaue Beratung der Reifenwahl den Motorradhändler oder -mechaniker deines Vertrauens zu fragen oder dich von deinen Freunden mit Rennstreckenerfahrung beraten zulassen. Sie kennen dich, wissen um dein Fahrniveau und helfen dir sicher gerne beim Kauf. Natürlich kannst du auch uns jederzeit direkt schreiben, falls du spezifische Fragen zur Reifenwahl für den nächsten Trackday hast – sobald es um Empfehlungen für genaue Motorrad Modelle oder Reifentypen geht, sind indivduelle Beratungen eben sinnvoller. Wir freuen uns auf deine Nachricht!

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